Richtige Fußpflege
   

Diabetisches Fußsyndrom - eine besondere Herausforderung

Der Diabetes mellitus gefährdet den Patienten nicht nur durch akute Stoffwechselentgleisung, sondern auch durch Langzeitschäden infolge des erhöhten Blutzuckerspiegels. Ein mögliches Spätsyndrom ist der Diabetische Fuß. Deshalb ist „richtige Fußpflege“ bei Patienten mit Diabetes mellitus unerlässlich. Im Fachklinikum Brandis werden die Betroffenen über eine sorgfältige Beobachtung und Pflege ihrer Füße aufgeklärt und informiert. Denn ein geschulter Diabetiker hat weniger Einschränkungen in seiner Lebensqualität zu befürchten.

Bei schlecht eingestellten Diabetikern treten die ersten Spätkomplikationen schon nach 5 bis 10 Jahren auf. Eine gute Stoffwechseleinstellung – normale Blutzuckerwerte – vermag die Manifestation der Spätkomplikationen wesentlich zu verzögern. Der diabetische Fuß entsteht durch ein Zusammenspiel von Makro- und Mikroangiopathie, Neuropathie und erhöhter Infektionsneigung des Diabetikers. Druckstellen an Zehen und Fersen oder kleine Wunden führen unbehandelt durch Infektionen und Durchblutungsstörungen zu einer diabetischen Gangrän. Tiefe Geschwüre und Knochenbeteiligung sind häufig und schmerzhaft. Schmerzlos dagegen ist das so genannte Mal perforans, ein wie ausgestanzt wirkendes Fußulcus, das insbesondere in belasteten Fußregionen wie zum Beispiel im Vorfuß entsteht. In Spätstadien können Operationen oder sogar Amputationen notwendig werden. Daraus ist erkennbar, welch große Aufmerksamkeit schon der richtigen Pflege und Beobachtung der Füße zukommen sollte. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Fachklinikum Brandis ermöglicht eine erfolgreiche Prophylaxe und Therapie des diabetischen Fußsyndroms und hilft sogar die schwer wiegenden Folgen durch rechtzeitige und ausreichende Aufklärung zu vermeiden.

 

 

Regeln für eine richtige Fußpflege

  • Mit körperwarmem Wasser und rückfettender Seife die Füße täglich waschen;
  • Dauer des Bades soll drei Minuten nicht überschreiten;
  • Füße gut abtrocknen, vor allem die Zehenzwischenräume; 
  • Bei trockener und rissiger Haut Füße mit einer reinen Fettcreme eincremen; 
  • Bei der täglichen Fußreinigung die Füße genau auf Druckstellen, Hornhaut, Blasen, Rötungen und Verletzungen inspizieren;
  • Zehennägel gerade schneiden, nur kleine Abrundungen an den Ecken feilen;
  • Hühneraugen und Hornhaut nur mit einem Bimsstein entfernen;
  • Bei eingewachsenen Nägeln muss eine medizinische Fußpflege aufgesucht werden;
  • Auch kleinste Entzündungen desinfizieren und ärztlich beobachten lassen, da Entzündungen und Nekrosen drohen;
  • Nicht barfuß gehen, um Verletzungen vorzubeugen;
  • Wegen der häufigen Sensibilitätsstörungen bei kalten Füßen keine Wärmeflaschen und Heizkissen verwenden; 
  • Schuhe regelmäßig auf Falten in der Einlegesohle, eingetretene Nägel oder erhabene Nähte kontrollieren, damit diese nicht unbemerkt zu Druckstellen oder noch ernsteren Schäden am Fuß führen;
  • Falls erfordert, spezielle Schuhe zur Druckentlastung tragen.

 

 

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