Das Metabolische Syndrom
   

Das Metabolische Syndrom beschreibt das gleichzeitige Auftreten der vier Einzelerkrankungen Übergewicht, Diabetes (bzw. erste Anzeichen einer Insulinresistenz), Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck. Es wird daher auch häufig als „tödliches Quartett“ bezeichnet. Jedes einzelne Krankheitsbild kann zu einer Schädigung der Blutgefäße führen. Daher ist die häufigste Folgeerkrankung Arteriosklerose, die wiederum zu Schlaganfall oder Herzinfarkt auslösen kann. Als Ursache des metabolischen Syndroms kommt zum einen familiäre Veranlagung in Betracht zum anderen ist die Erkrankung jedoch auch sehr oft eine Folge des Lebensstils.

Das Metabolische Syndrom

 

Gerade im Hinblick auf diese Ursache ist zu beobachten, dass das metabolische Syndrom auch in der jüngeren Bevölkerung zunimmt. Zurückzuführen ist dies vor allem auf eine unausgewogene Ernährung sowie einen Mangel an Bewegung. Diese Entwicklung ist äußerst beunruhigend, besonders vor dem Hintergrund, dass das Risiko für Gefäßerkrankungen stark ansteigt, je länger man unter Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht leidet.

Eine dauerhafte Umstellung des Lebensstils des Patienten ist daher ein zentraler Aspekt der Therapie, um langfristig das Risiko einer Herz- und Kreislauferkrankung zu senken. Im Einzelnen bedeutet das, neben den ersten Schritten in Richtung Gewichtsreduktion, vor allem eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit mehr Bewegung sowie die Vermeidung von Stress, Alkohol und Zigaretten.

Als kennzeichnend für das metabolische Syndrom galt lange Zeit bauchbetontes Übergewicht, da gerade Fettdepots im Bauchraum sehr stoffwechselaktiv sind und damit einen besonders negativen Einfluss auf den Fett- und Zucker-Stoffwechsel haben. Eine wissenschaftliche Studie der Yale-Universität legte jetzt jedoch dar, dass es mehr ein Problem des Stoffwechsels der Muskeln ist als das Bauchfett selbst, das den Grundstein zu Schlaganfall und Herzinfarkt legt. Das Stoffwechselproblem liegt in einer Insulinresistenz der quergestreiften Muskulatur, wodurch die Zellen auf das Zuckerhormon Insulin reagieren und Kohlenhydrate aus der Nahrung nicht mehr speichern können. Die Folge ist eine vermehrte Wanderung von Fetten und Lipiden in die Blutbahn. Ziel der Studie war es, herauszufinden und zu verstehen, wie die Insulinresistenz die Energiespeicherung verändert, um gefährdeten Menschen zielgerichteter und besser helfen zu können.

 

 

 

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Autor: Dr. med. Kerstin Pirlich