Ärztlicher Direktor
Fachklinikum Brandis
Dr. med. Dipl.-Psych.
Th. Müller-Holthusen
Am Wald
04821 Brandis
Tel.: 034292 / 84-0
Fax: 034292 / 84-700
E-Mail: info(at)
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Alzheimer: Psychologische Kompetenz im Fachklinikum Brandis
Mit Hilfe moderner psychologischer Diagnostik ist es möglich, Demenzen bereits frühzeitig zu erkennen und so den Betroffenen durch eine geeignete Therapie die höchstmögliche Lebensqualität zu bieten.
Im Fachklinikum Brandis besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen der psychologischen Abteilung und dem ärztlichen Bereich. Bei Erkrankungen des dementiellen Formenkreises und hier insbesondere bei der Differentialdiagnose der Alzheimer-Erkrankung ist eine enge Abstimmung zwischen den Mitarbeitern der beiden Fachbereiche notwendig. Die Früherkennung dementieller Erkrankungen ist für deren Verlauf von großer Bedeutung. Dazu werden in der Diagnostik klinische, psychologische und neuropsychometrische Testverfahren eingesetzt.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde hat sich den Leitlinien für die Einteilung der Schweregrade der Alzheimer-Demenz, der so genannten Global Deterioration Scale (GDS), angeschlossen. Bereits an den Schweregraden kann man erkennen, wie schleichend eine solche Erkrankung eintritt und voranschreitet (siehe Tabelle). Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer sehr frühzeitigen psychologischen Diagnostik sowie der Mitbetreuung in Form eines Hirnleistungstrainings. Mit der Entwicklung geeigneter Testverfahren und Verlaufskontrollen hat die Psychodiagnostik geeignete Fortschritte in der Früherkennung der Demenz vom Alzheimertyp gebracht. Wichtig ist die Abgrenzung dementieller von depressiven Erkrankungen. Hierbei kommt der Sensitivität und Spezifität der einzelnen Tests eine besondere Bedeutung zu.
Die Rehabilitation früher Hirnfunktionsstörungen ist ein wesentlicher Eckpfeiler des therapeutischen Konzeptes im Fachklinikum Brandis. Nicht selten werden diese frühen Hirnfunktionsstörungen auch durch beginnende dementielle Prozesse verursacht. Die enge Zusammenarbeit zwischen Psychologen, Neuropsychiatern und Internisten ist für die Einschätzung der Erkrankung unbedingt erforderlich. Aus dieser Zusammenarbeit ergeben sich therapeutische Ansätze, die wiederum dem ganzheitlichen Betreuungsbedarf des Patienten und hier insbesondere des Demenzpatienten entsprechen.
Symptomatik:
I Keine Beschwerden
II Subjektive Beschwerden: z.B. Vergesslichkeit, Verlegen von Gegenständen, Wortfindungs-
schwierigkeiten
III Erste objektive Beeinträchtigungen: Der Alzheimer-Patient vergisst gelegentlich den Wochentag oder was es zum Mittagessen gab. Es sind einige "weiße Flecken" in der persönlichen Vorgeschichte bereits erkennbar. Die betroffene Person ist verwirrt, wenn mehr als eine Sache
gleichzeitig zu erledigen ist. Diese Defizite zeigen sich bei einigen psychometrischen Testverfahren.
IV Mäßige Beeinträchtigungen: Die Patienten haben Schwierigkeiten, sich an den eigenen Lebenslauf zu erinnern, Gesprächen zu folgen oder einfache alltägliche Tätigkeiten, wie beispielsweise Bankgeschäfte, zu erledigen. Diese Schwierigkeiten spiegeln sich in allen psychometrischen Tests wider.
V Mittelschwere Beeinträchtigungen: Wesentliche Inhalte des eigenen Lebenslaufes können nicht mehr nachvollzogen werden. Schlafstörungen sowie Wahnvorstellungen treten vermehrt auf.
VI Schwere Beeinträchtigungen: Große Unsicherheit bzgl. Zeit, Aufenthaltsort und eigener Person.
Die Patienten sind auf fremde Hilfe u.a. beim Waschen, Baden und Anziehen angewiesen. Häufig tritt Blasen- und Darminkontinenz auf, beim Besteck kann nur noch der Löffel adäquat verwendet werden. Auftreten von verbaler und psychischer Aggressivität.
VII Sehr schwere Beeinträchtigungen: Die Sprache der Betroffenen ist bis auf ein oder zwei Worte reduziert, Unfähigkeit von 1 bis 10 zu zählen.
Die Patienten benötigen kontinuierlich Hilfe. Die Ernährung ist nur noch über den Katheter möglich.












