Ganzkörperkältetherapie
   

Schmerzen lindern durch Ganzkörperkältetherapie

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Bereits Hippokrates und Galen beschrieben die günstige Wirkung von Kälte auf Schmerzen des Stütz- und Bewegungssystems. Die Kryotherapie (kryos = Kälte) hat sich bis in unsere Zeit durchgesetzt. Dank modernster Technik können heute Temperaturen erreicht werden, die bisher in den Eiszonen der Erde noch nicht gemessen wurden. 1980 entwickelte ein Japaner die weltweit erste Kältekammer, wenige Jahre später geht die erste Kältekammer in Deutschland in Betrieb. Im Fachklinikum Brandis wird seit Dezember 2000 die Ganzkörperkryotherapie in einer Kältekammer mit therapeutischen Temperaturen von –110 ° C sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich intensiv genutzt. Die Einwirkung dieser trockenen Extremkälte auf die Haut bewirkt über entsprechende Sinnesfühler (Rezeptoren) eine Linderung bis völlige Ausschaltung von Schmerzen für einen bestimmten Zeitraum. In diesem Zeitraum wirken dann aktive Therapien wie z.B. Krankengymnastik besonders effektiv. Gelenkbeweglichkeit wie auch muskuläre Stabilität nehmen zu. Unter Beachtung der entsprechenden Kontraindikationen ist die Ganzkörperkältetherapie eine sehr gut verträgliche und therapeutische effektive Anwendung.

 

Bei welchen Krankheiten hilft die Ganzkörpertherapie?

  • Chronisch entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen;
  • Degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulensyndrome; Weichteilrheumatische Erkrankungen;
  • Rehabilitation nach Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen;
  • Schuppenflechte und Neurodermitis.

Bei welchen Leiden sollte diese Kälte nicht angewandt werden?

  • Akute Herz-Kreislauferkrankungen;
  • Herzinfarkt < 6 Monate;
  • Nichteingestellter Bluthochdruck; 
  • Schwere Herz-Kreislauferkrankungen; 
  • Angst vor engen Räumen; 
  • Nachgewiesene Kälteallergie.

Unser Behandlungskonzept

An 5 aufeinanderfolgenden Tagen erhalten die Patienten zweimal täglich Ganzkörperkälteanwendungen von je 2-3 Minuten bei –110 ° C. Unmittelbar nach jeder Anwendung erfolgt eine aktive Einzel- oder Gruppentherapie, auch ein Spaziergang oder die selbstständige Durchführung therapeutischer Übungen ist sinnvoll. Die Kältekammertherapie absolvieren die Patienten in trockener Badekleidung, Sportsocken und festem Schuhwerk (z.B. Turnschuhe), weiterhin sind Handschuhe, Mütze und Mundschutz erforderlich. Unmittelbar vor der Therapie sollte nicht geduscht werden, auch dürfen weder Cremes noch Kosmetika verwendet werden, da eventuell Hautreaktionen auftreten können. Jeglicher Schmuck aber auch Brillen und Kontaktlinsen sind abzulegen bzw. zu entfernen.

 

Technische Daten

Die Kältekammer besteht aus einer Vor- und einer Hauptkammer. In der Vorkammer ist die Luft auf –40 bis –60 ° C abgekühlt, in der Hauptkammer beträgt die Temperatur –110 ° C. Die Kälte wird dreistufig über ein Sicherheitskältemittel erzeugt. Beide Kammern sind beleuchtet, in der Hauptkammer befinden sich eine Gegensprechanlage sowie eine Kameraüberwachung. Die Anlage unterliegt einer regelmäßigen sicherheitstechnischen Überwachung.

Informationen für den Arzt

Indikationen:

  • Degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen;
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen;
  • Bewegungseinschränkungen, Schmerz- und Schwellungszustände nach Verletzungen u. / o. Operationen am Stütz- und Bewegungssystem.

Kontraindikationen:

  • Frischer Myokardinfarkt (< 6 Monate);
  • Nicht eingestellte arterielle Hypertonie;
  • Dekompensierte Herz-Kl-Erkrankungen;
  • Arterielle Durchblutungsstörungen;
  • Herzschrittmacher;
  • Nieren- und Harnwegserkrankungen;
  • Obstruktive Lungenerkrankungen; § Anfallsleiden, Neuropathien;
  • Schwere konsumierende Erkrankungen;
  • Alkohol- und Drogeneinfluss;
  • Kälteallergien.

Effekte:

  • Analgetisch;
  • Tonusmindernd;
  • Entzündungshemmend;
  • Antiödematös;
  • Indirekt funktionsverbessernd.

 

 

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