Ärztlicher Direktor
Fachklinikum Brandis
Dr. med. Volker Rust
Am Wald
04821 Brandis
Tel.: 034292 / 84-0
Fax: 034292 / 84-700
E-Mail: info(at)
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Schmerzen lindern durch Ganzkörperkältetherapie
Bereits Hippokrates und Galen beschrieben die günstige Wirkung von Kälte auf Schmerzen des Stütz- und Bewegungssystems wie auch auf Fieberkrankheiten. Die Kryotherapie (kryos = Kälte) hat bis in unsere Zeit durchgesetzt, dank modernster Technik können heute Temperaturen erreicht werden, die bisher in den Eiszonen der Erde noch nicht gemessen wurden. 1980 entwickelte ein Japaner die weltweit erste Kältekammer, wenige Jahre später geht die erste Kältekammer in Deutschland in Betrieb. Im Fachklinikum Brandis wird seit Dezember 2000 die Ganzkörperkryotherapie in einer Kältekammer mit therapeutischen Temperaturen von –110 ° C sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich intensiv genutzt. Die Einwirkung dieser trockenen Extremkälte auf die Haut bewirkt über entsprechende Sinnesfühler (Rezeptoren) eine Linderung bis völlige Ausschaltung von Schmerzen für einen bestimmten Zeitraum. In diesem Zeitraum wirken dann aktive Therapien wie z.B. Krankengymnastik besonders effektiv und Gelenkbeweglichkeit wie auch muskuläre Stabilität zunehmen. Unter Beachtung der entsprechenden Kontraindikationen ist die Ganzkörperkältetherapie eine gut verträgliche und therapeutische effektive Anwendung.
Bei welchen Krankheiten hilft die Ganzkörpertherapie?
- Chronisch entzündliche Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen;
- Degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulensyndrome; Weichteilrheumatische Erkrankungen;
- Rehabilitation nach Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen;
- Schuppenflechte und Neurodermitis.
Bei welchen Leiden sollte diese Kälte nicht angewandt werden?
- Akute Herz-Kreislauferkrankungen;
- Herzinfarkt < 6 Monate;
- Nichteingestellter Bluthochdruck;
- Schwere Herz-Kreislauferkrankungen;
- Angst vor engen Räumen;
- Nachgewiesene Kälteallergie.
Unser Behandlungskonzept
An 5 aufeinanderfolgenden Tagen erhalten die Patienten zweimal täglich Ganzkörperkälteanwendungen von je 2-3 Minuten bei –110 ° C. Unmittelbar danach erfolgt eine aktive Therapie in Form von Krankengymnastik, auch ein Spaziergang ist sinnvoll. Die Kältekammertherapie absolvieren die Patienten in trockener Badekleidung, Sportsocken und festem Schuhwerk (z.B. Turnschuhe), weiterhin sind Handschuhe, Mütze und Mundschutz erforderlich. Unmittelbar vor der Therapie sollte nicht geduscht werden, auch dürfen weder Cremes noch Kosmetika verwendet werden, da eventuell Hautreaktionen auftreten können. Jeglicher Schmuck aber auch Brillen und Kontaktlinsen sind abzulegen bzw. zu entfernen.
Technische Daten
Die Kältekammer besteht aus einer Vor- und einer Hauptkammer. In der Vorkammer ist die Luft auf –40 bis –60 ° C abgekühlt, in der Hauptkammer beträgt die Temperatur –110 ° C. Die Kälte wird dreistufig über ein Sicherheitskältemittel erzeugt. Beide Kammern sind beleuchtet, in der Hauptkammer befinden sich eine Gegensprechanlage sowie eine Kameraüberwachung. Die Analage unterliegt einer regelmäßigen sicherheitstechnischen Überwachung.
Informationen für den Arzt
Indikationen:
- Bewegungseinschränkungen, Schmerz- und Schwellungszustände nach Verletzungen u. / o. Operationen am Stütz- und Bewegungssystem;
- Degenerative Gelenkerkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen;
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen;
- Gestörte Regulation des Muskeltonus.
Kontraindikationen:
- Frischer Myokardinfarkt (< 6 Monate);
- Nicht eingestellte arterielle Hypertonie;
- Dekompensierte Herz-Kl-Erkrankungen;
- Arterielle Durchblutungsstörungen;
- Herzschrittmacher;
- Nieren- und Harnwegserkrankungen;
- Obstruktive Lungenerkrankungen; § Anfallsleiden, Neuropathien;
- Schwere konsumierende Erkrankungen;
- Alkohol- und Drogeneinfluss;
- Kälteallergien.
Effekte:
- Analgetisch;
- Tonusmindernd;
- Entzündungshemmend;
- Antiödematös;
- Indirekt funktionsverbessernd.













