Ärztlicher Direktor
Fachklinikum Brandis
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Abhängigkeit des Blutzuckerspiegels von der Tageszeit
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Nahezu die Hälfte aller Diabetes-Fälle könnte bei Untersuchungen am Nachmittag unerkannt bleiben. US-Mediziner des Center for the Advancement of Health in Chicago analysierten Blutzuckeruntersuchungen von über 12.000 Personen mit Verdacht auf Zuckerkrankheit. Die Daten aus den Jahren 1988 bis 1994 zeigten deutliche Unterschiede in der Zuverlässigkeit der Diabetes-Diagnose in Abhängigkeit von der Tageszeit. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Medical Association veröffentlicht.
Obwohl die Patienten vor einer Untersuchung am Vormittag im Durchschnitt bis zu 14 Stunden fasteten, Nachmittags-Patienten dagegen nur sieben Stunden, maßen die Ärzte in der zweiten Tageshälfte durchwegs niedrigere Glukose-Werte im Blut. Die Schwelle für einen Test auf Zuckerkrankheit liegt bei 126 Milligramm Glukose für ein Zehntelliter Blut. Liefert diese Schwelle für die Analysen am Vormittag eine verlässliche Diagnose, fallen am Nachmittag bis zu 50 Prozent der Zuckerkranken unter dieses Niveau.
"Wir schätzen, dass die Schwelle für den Blutzuckerspiegel am Nachmittag rund zwölf Milligramm pro Deziliter tiefer liegen sollte, um die gleiche Verlässlichkeit wie am Vormittag zu erreichen", meinen die Autoren in ihrer Studie. Demzufolge müssten Patienten, die am Nachmittag knapp unter diesem Schwellenwert geblieben sind, erneut untersucht werden - unabhängig vom Alter, dem Konsumverhalten und der körperlichen Fitness der Probanden.













